30 März 2017

Der Beginn des Patriarchats


Der Beginn des Patriarchats setzte dem gemeinsamen Leben der Menschin mit ihres Gleichen ein dramatisches Ende und die Ideologen der Patriarchose arbeiten bis heute an der Vernichtung 'der Mutter'...

Oberflächlich betrachtet lebt auch heute die Mensch in bezogenen Gemeinschaften, meist als (Klein)Familie, also überwiegend nicht 'menschenartgerecht'. Die matrifokale Bindungsgruppe, in der die Menschheit einst entstand, wurde vor etwa 8 Jahrtausenden sukzessive durch eine pseudolinerare* Patrilokalität ersetzt. Über diesen langen Zeitraum hinweg bis heute tradiert man(n) die sogenannte Großfamilie (patrilokale Kultur-Habitate). Jeder halbwegs privilegierte Mann strebte nun nach den dynastischen Vorbildern der Herrschaftsmachtvertreter ein eigenes kleines Imperium an. Der Schritt vom Klassiker der ländlichen und nur teilweise urbanen 'Großfamilie' hin zur separierten Kleinfamilie in einer anonymen Großgesellschaft wurde jedoch erst im Industriezeitalter der heutigen Epoche vollzogen.

Die Vorstellung, dass im Paläolithikum bereits 'Vater, Mutter, Kind' gespielt wurde, ist wissenschaftlich immer weniger haltbar. Die (durch "den Menschen" kulturell geschaffene) Vorform einer 'Gesellschaft' ging bereits mit den Anfängen der Patriarchose einher. Der Beginn der frühen patriarchalen Gesellschaftsform** steigert sich relativ schnell durch massive Gewaltspitzen, wie diverse Eroberungskriege oder Regulierungsmaßnahmen zum Machterhalt. In den sogenannten Hochkulturen (ab Neolithikum und Bronzezeit) wurden sie zu durchorganisierten politischen Systemen, die wir als androzentriert und patri-ideologisiert beschreiben können. Diese Grundzüge sind bis heute wirksam. Die Übergangsphase vom naturgemäßen menschengerechtem (also dem evolutionierten matrifokalen) Kontinuum hin zum ideologisch geformten und durch die antiken und erste monotheistische Religionen gestütztem Hoch-Patriarchat dauert quasi immer noch an. Verschiedene indigene, noch teilweise oder ganz matrifokal lebende, Menschengemeinschaften existieren nach wie vor - über die Welt verteilt und mehr oder weniger im Verborgenen.

(* pseudo weil nie ein Mann sich seiner Vaterschaft sicher sein konnte, auch mit heutigen Mitteln sind es immer noch keine hundert Prozent anzunehmen...
(** die K. Marx als Sklavenhaltertum klassifizierte...


Die drei Säulen des Patriarchats sind

Das Gewaltpotential

Das Patriarchat entstand u.a. durch das Gewaltpotential, das ein einzelner Mann mit einer Waffe in der Hand darstellt bzw. das sich im Bündnis diverser maskuliner Interessenverbände zeigt. Darüber hinaus die (nicht naturgemäßen) Formen der Gewalt, die durch Herrschaft legitimiert wurden. Hier finden wir die innere Exekutive eines Herrschaftsbereiches (hier ist auch der Ursprung unserer heutigen Familie zu verorten, die aus der von einem privilegierten Mann beherrschten Hausgemeinschaft entstand) sowie die nach außen wirkende, stehende oder abrufbereite Militärmacht eines Herrschenden oder des Herrschaftssystem. Da das patriarchöse Gesamt- bzw. interne Gewaltkonzept auf nachhaltig kultivierter maskuliner Wettkampfsmentalität und gepflegtem Konkurrenzgebaren beruht, ist immer auch mit einem automatisch vorhandenem Gewaltpotential oppositioneller Gegner zu rechnen. Dazu zählen nicht nur von außen kommende politische Aggressoren, innerpolitische bzw. ideologische Dissidenten, sondern auch die, durch Unterdrückung entstandenen, kriminellen Subkulturen.

Der ideologische Mythos
... der ideologische Mythos* baut sich auf der Erfindung dreier männlicher Figuren auf, die es bis dahin im Naturgeschehen des menschlichen Kontinuums nicht gab: der Heros, der Vater, der Gott
Diese Einzelinstallationen und als Steigerung ihre Verschmelzung miteinander, bilden das essenzielle geschlechterbezogene Gerüst der durchgängigen Patriarchose.
Diese drei Komponenten, einschließlich ihrer Synonymitäten, definieren die bis heute gültige Darstellung des patriarchalen Mannes in den meisten Kulturen.
Der ideologische Mythos ist die Basis der pan- und monotheistischen Religionen sowie politischer Staatsideologien und dem des dadurch indoktrinierten jeweiligen Mainstream.
Scheint sich auch das Heldentum und die Gottesverehrung in unseren derzeitigen Kulturpraktiken etwas relativiert zu haben, nimmt doch die Idee der Vaterschaft als Dreh- und Angelpunkt als (persönliche) männliche Identifizierung eine vorherrschende Rolle ein. Einmal da die biologische Tatsache einer genetischen Beteiligung des Männlichem an neuem Lebens in der Moderne eine schwindelerregende Überhöhung erfahren hat und zum anderen die Heros- und Gottesideologie mit der Vaterinstallation verschmolz.
Waren die anfänglich Vaterinteressen im Sinne von Besitzdenken und die 'eigenen' Söhne als gezielt aufgezogene Verbündete zu verstehen, ist im Info-Zeitalter die Ideologie des Vaterideals (als umfassende Gehirnwäsche) zu einer in der Gesellschaft vorherrschenden Kraft geworden. Der Heros-Vater-Gott - Komplex ist die ideelle und damit emotionale Basis der Patriarchose.

Das Wirtschaftssystem
Bisher jede Art von patriarchalem Wirtschaftskonzept baut auf dem Besitzdenken einzelner, machtorientierter Privilegierter auf, mit der einfachen Formel: Besitz gleich Erhöhung des eigenen Selbst. Diese ego-bezogene männliche Intention, ging m.E. aus einem narzisstisch übersteuerten Selbsterhalt hervor, die dazu führte sich gleichberechtigtes Leben zu unterwerfen.
Besitz oder Eigentum ist eine vergegenständlichte kulturelle Absprache, die von den sozialen Gruppierungen anerkannt oder akzeptiert wird. Das begründete sich zum einen darauf, dass Gewaltanwendung zum Tagesgeschäft wurde und zum anderen auf der Neuerung, dass es anerkannt wurde Lebewesen zu besitzen und zu benutzen, einschließlich anderer Menschen. 
Des weiteren schufen Besitzende durch Zweckbündnisse, bei denen die Mitglieder am Besitz partizipieren oder selbst einen Anteil davon erwerben konnten, die ersten stabilen Wirtschaftssysteme außerhalb der bisherigen Subsistenz. Das so geschaffene soziale Gefälle baut sich auf der Unterwerfung und der nun systemimmanenten Unfreiheit und grundsätzlichen Ausbeutung der Frau sowie der Gruppe der unterdrückten, unterprivilegierten Männer, den Sklaven und Besitzlosen auf. Das alles bildete bereits vor Jahrtausenden die Steilvorlage für unseren heutigen Kapitalismus und Imperialismus.


(* siehe auch http://www.doriswolf.com/wp/aus-dem-4-kapitel-die-verheimlichte-tragodie-einer-invasion-aus-vorderasien/das-patriarchat-entstehung/neu-die-total-verruckten-mythen-des-patriarchats/)

Das Patriarchat, oder auch Patriarchose, ist die Gesellschaftsform in der wir uns derzeit fast weltweit bewegen...

Wenn wir es genau nehmen, ist es sogar die einzige Gesellschaftsform, die es bisher gab und die den existierenden Menschengemeinschaften als übergeordnetes Zugehörigkeitsmuster übergestülpt wurde. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass im Verständnissinn von Patriarchat kein Matriarchat existierte und wir für die vorpatriarchale Phase eine andere Bezeichnung finden müssten. Selbst mit kulturellen Anteilen können wir immer noch von einem naturgemäßen Agieren der Spezies Mensch ausgehen.

Das vorpatriarchale Leben der Menschin, das den überwiegenden Teil des Menschseins ausmachte, können wir im Sinne des Lebenserhalts als ein 'sich selbstregulierendes Naturgeschehen' ansehen. In den menschlichen Gruppierungen wirkten zwar gewisse innere Regelungen des Miteinander (unsere menschenspezifische Strategie des Art- und Selbsterhalt) und diese Gepflogenheiten verbreiteten sich, quasi osmotisch, nach außen in die nahen Angehörigengruppen und flossen wieder zurück.

Es gab zu der Zeit jedoch bestimmt keine durch eine festgelegte Leitkultur gesteuerte Überorganisation. War das frühe Menschsein wie gesagt einfach ein Naturgeschehen, das in seinen anfänglichen und später bereits bestehenden Kulturformen bis noch weit ins Neolithikum reichte, begann mit dem Gewaltzuwachs einiger Androkraten der Siegeszug eines verhängnisvollen Gedankens, dem des alles bestimmenden Vaters, der per se als Heros geehrt und als Gott verehrt wurde. Der Vater "als Beginn allen Lebens" war jedoch nicht etwa die gute Nachricht, die sich auf Grund ihres Wahrheitsgehaltes verbreitete und etablierte, sondern eine erschreckend gewaltsam durchgesetzte Idee, die sich zu einem Jahrtausende lang wirkendem Schlüssel der männlichen Macht erwies.

Das reine Wissen um die Vaterschaft reichte längst nicht aus, um eine Vormachtstellung über Frauen und Kinder einzunehmen. Warum sollte ich als Frau, die in ihrer Muttersippe geborgen und gut aufgehoben lebt, mich den Vorgaben eines Mannes unterwerfen, nur weil er der Mitzeugende meines Kindes ist? Warum sollte ich ihn suchen und fragen, wie ich mit dem Kind umgehen darf? Warum sollte er überhaupt in einem Kulturgeschehen, dass noch seiner natürlichen Matrix folgt, „seinen“ (ungewissen) Nachwuchs für sich beanspruchen, wo doch die (durch Geburt verwandten) Kinder seiner Schwestern neben ihm in dem gemeinsamen Matrifokal naturgemäß aufwuchsen?

Zwar ist die Zeugung eines Lebewesen ein evolutionäres Konzept, dass sich (bereits lange vor den Menschen) im Sinne des Arterhalts als eine Hetero-Kombination bewährte, also selektiert wurde, der Reflex jedoch, der die Geschlechter zwecks Arterhalt zusammenführt, ist keine permanente willentliche Entscheidung, auch nicht beim Männchen der Menschenarten. Das biologische Geschehen hat für den (Menschen)Mann kein Bewusstsein für seinen Nachwuchs, an dessen Zeugung er beteiligt war, vorgesehen. Denn wie wir wissen: weder denkt 'die Evolution' noch handelt sie bewusst!

Ein Mann, der nicht ahnt, dass durch die Ausübung seiner Sexualität ein Kind entstanden ist, weiß einfach nicht um seine Vaterschaft. Und Millionen Jahre bis heute ist der männliche Part bei der Zeugung kein willentlicher Akt eines männlichen Individuum, sondern ein unwillkürlich biologischer und auch wenn der Mensch diesen inzwischen manipulieren kann, bleibt es ein natürlicher Prozess. Der Vater, wie wir ihn inzwischen verstehen, weil sozial festgelegt (abgesprochen), ist ein kulturelles Konzept.

Das artgerechteste Moment im menschlichen Dasein ist das fürsorgende Aufziehen des Nachwuchses...

Als die Cluster matrifokaler Gemeinschaften, in denen sich die angehörige Nähebindung als das spezielle Überlebenskonzept der Mensch erwies, durch das Gewaltkonzept des beginnenden Patriarchat zerstört wurde, blieben natürlich trotzdem alle biologischen Voraussetzungen nach wie vor erhalten. Es gesellten sich nur die ideologischen Regelwerke (Meme - hier auch gewaltsam installiert und durch Furcht gespeist) in dem Maße hinzu, wie die patriarchalen Strukturen zu wachsen begannen. Die Furcht vor der Gewalt des neuen maskulinen Terrors überschrieb nach und nach die natürlichen Überlieferungen im Bewusstsein und Handeln des (weiblichen) Menschen .

Die gesellschaftsideologisch immer ausgefeilteren Herrschaftssysteme verdrängten mehr und mehr das naturgemäße menschliche Kontinuum. Das größte Desaster, dass die Patriarchose anzettelte, war daher das Verändern des Naturgeschehen in dem die Menschen lebten, in eine durch Vater-Herrschaftsmacht kontrollierte Zivilisation. 

Durch das gewaltsame Herauslösen der Töchter, also der zukünftigen Mütter und weiblichen Überlebensgarantinnen, aus ihren artgerechtem Matrifokalen, bluteten diese aus, im wahrsten Sinn des Wortes. Dieses Metapher des Ausblutens macht deutlich, dass es sich hier um einen grausamen Eingriff und einen Akt der Gewalt handelte und keine natürliche (Langzeit)Entwicklung darstellt. Die freie Tochter der Muttersippe wurde durch männliche Gewalt geraubt, versklavt bzw. verheiratet und zur Vatertochter umetikettiert. Dabei verlor sie und ihre zukünftigen Töchter als Unterworfene des Mannes ihr naturgemäßes weibliches Geburtsrecht: die Female Choice.

Wenn ich mir diese nachhaltigen Eingriffe der martialischen und zivilisierenden Männermacht und ihre Auswirkung auf das Naturgeschehen vor Augen führe, muss ich immer an eine Sequenz in dem Film "Jurassikpark" denken. Während der Vorführung eines Werbefilms für den Park, wird erklärt, wie die fehlerhaften Gensequenzen aus den Saurierrelikten durch Frosch-DNA ergänzt wurden um ein Saurierbaby zu erschaffen. Was im Film gelang - die gezielte Manipulation von Lebewesen - nahm seinen Ursprung vor langer Zeit, als aus der unbewussten Zeugungsbeteiligung des Männlichen sich der Menschenmann eine gezielte Züchtungsabsicht und -kontrolle erschloss. Die nunmehr im beginnenden Patriarchat eingeführte Male Choice ist eine Art anlaufendes Zuchtprogramm auf Menschenbasis. Der Mann sucht sich nach persönlichen, egoistischen, Kriterien eine (mehrere) Sexualpartnerin, die durch die oft radikale Abtrennung von ihrer matrifokalen Herkunft in eine tragische Abhängigkeit von diesem einen Mann (und seiner Patri-Family) geriet. Hier liegt die Ursache eines ganzen Bündels noch heutiger Probleme.

Der Heros – Vater – Gott – Kult kürte also ein männliches Idol als Mittelpunkt des Alltagsgeschehens. Und bis heute wurde daraus als Prototyp eine Art Selfmademan, welcher der menschlich-mütterlichen Bindungsgemeinschaft scheinbar nicht bedarf. Natürlich trügt auch hier der Schein ... denn nach wie vor bedarf der Mann eines gut funktionierenden Background, der ihm auch weiterhin bis ans Ende seiner Tage reichende Fürsorge angedeihen lässt. Wenn es sich dabei auch nicht mehr um fürsorgende Bindungsangehörige handelte, sorgten doch die privilegierten Männer-Cliquen dafür, dass für sie und ihren Anhang ein flächendeckendes Versorgungspotential zur Verfügung stand/steht, das in seiner Ausweitung die "Gesellschaft" bildete, anonym und bindungslos. Heute überlebt ein Individuum (fast problemlos) in der anonymen Gesellschaft, darauf trainiert mit einem Minimum an Nähe und dem permanenten Mangel an Geborgenheit zurecht zukomme.

„Der Mann ist im Grunde das Verlangen Gott zu sein“ (J.P. Sartre)

Mann und Gott - ist die unheilige Allianz, mit der das Männliche um seiner selbst willen alle Gipfel besteigt, alle Lande erobert, alles Leben unterwirft.



Fortsetzung folgt...
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1 Kommentar:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

......2.Teil?!
Würde ihn gerne lesen......smile..
Liebe Grüße
Roswitha